All Tweets
Zurück:
Weiter:

4.31 Muss ich meinen Körper, so wie er ist, akzeptieren?

Menschliches Leben

Gott hat uns erschaffen. Er hat auch unseren Körper geschaffen und ihn einen Tempel genannt (1 Kor 6,19–20)1 Kor 6,19-20: Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?  Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.. Unser Körper ist ein Geschenk Gottes. Wenn wir uns absichtlich körperlichen Schaden hinzufügen oder Behandlungen ergehen lassen, die keine medizinische Notwendigkeit haben, antworten wir nicht auf richtige Weise auf dieses Geschenk Gottes.

Unser Wert als Mensch hängt nicht von unserer Erscheinung ab! Unser Wert hat seinen Ursprung in Gott, der uns unser Äußeres gegeben hat und der uns so liebt, wie wir sind.

> Lies mehr im Buch

Wir sind nicht Eigentümer, sondern Hüter unseres Leibes. Wir dürfen den Leib, den Gott uns gegeben hat, nicht unnötig beschädigen.

Die Weisheit der Kirche

Wie gehen wir mit unserem Körper um?

Das Fünfte Gebot untersagt auch die Gewaltanwendung gegen den eigenen Körper. Jesus fordert uns ausdrücklich auf, uns selbst anzunehmen und zu lieben: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22,39)

Selbstzerstörerische Akte gegen den eigenen Körper („Ritzen“, etc.) sind in den meisten Fällen psychische Reaktionen auf Erfahrungen der Verlassenheit und mangelnden Liebe; sie fordern daher in erster Linie unsere ganze Liebe zu solchen Menschen heraus. Im Rahmen der Zuwendung muss jedoch auch deutlich werden, dass es kein menschliches Recht gibt, den von Gott geschenkten eigenen Leib zu zerstören. [Youcat 387]

Wodurch wird das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Menschen verletzt?

Das Recht wird verletzt durch Gewaltanwendung, Entführung und Geiselnahme, Terrorismus, Folter, Vergewaltigung, gewaltsame Sterilisation sowie durch Amputation und Verstümmelung.

Diese fundamentalen Verstöße gegen die Gerechtigkeit, die Liebe und die Menschenwürde sind auch dann nicht gerechtfertigt, wenn sie durch staatliche Autorität gedeckt sind. Im Bewusstsein der historischen Schuld auch von Christen kämpft die Kirche heute gegen jede körperliche und psychische Gewaltanwendung, insbesondere gegen die Folter. [Youcat 392]

Darf man am lebenden Menschen forschen?

Wissenschaftliche, psychologische oder medizinische Experimente am lebenden Menschen sind nur dann erlaubt, wenn die Ergebnisse, die erwartet werden können, für das menschliche Wohl wichtig sind und wenn sie anders nicht erlangt werden können. Alles muss jedoch mit freier Zustimmung der Betroffenen geschehen.

Zudem dürfen die Experimente nicht unverhältnismäßig riskant sein. Menschen gegen ihren Willen zu Objekten der Forschung zu machen, ist ein Verbrechen. Das Schicksal der polnischen Widerstandskämpferin Dr. Wanda Poltawska, einer engen Vertrauten von Papst Johannes Paul II, erinnert an das, was damals wie heute auf dem Spiel steht. Während der Nazizeit wurde Wanda Poltawska Opfer der verbrecherischen Menschenversuche im KZ Ravensbrück. Später trat die Psychiaterin für eine Erneuerung der medizinischen Ethik ein und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Päpstlichen Akademie für das Leben. [Youcat 390]

Das sagen die Päpste

Papst Benedikt XVI sagte, dass es eine „Ökologie des Menschen“ gibt, denn „auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann“... Das Akzeptieren des eigenen Körpers als Gabe Gottes ist notwendig, um die ganze Welt als Geschenk des himmlischen Vaters und als gemeinsames Haus zu empfangen und zu akzeptieren, während eine Logik der Herrschaft über den eigenen Körper sich in eine manchmal subtile Logik der Herrschaft über die Schöpfung verwandelt. Zu lernen, den eigenen Körper anzunehmen, ihn zu pflegen und seine vielschichtige Bedeutung zu respektieren, ist für eine wahrhaftige Humanökologie wesentlich. Ebenso ist die Wertschätzung des eigenen Körper in seiner Weiblichkeit oder Männlichkeit notwendig, um in der Begegnung mit dem anderen Geschlecht sich selbst zu erkennen. [Papst Franziskus, Laudato Si, 155]