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3.33 Wie wichtig ist Ostern? Was ist der „Urbi et Orbi“?

Große Kirchenfeste

An Ostern feiern wir das wichtigste Ereignis[> 1.27] des christlichen Glaubens. Was wir in der Osterzeit feiern, ist das Wesen unserer Identität als Christen: Jesus wurde nicht nur geboren[> 3.28], um uns von Gott zu erzählen[> 1.29], sondern er war auch bereit, für uns zu leiden und zu sterben[> 1.28]. .

An Ostern feiern wir, dass Jesus von den Toten auferstanden ist[> 1.50] und es uns so ermöglicht hat, für immer mit Gott im Himmel[> 1.45] zu leben. Am Morgen des Ostersonntags (wie am Weihnachtstag) segnet der Papst die Stadt Rom und die Welt („Urbi et Orbi“) vom Balkon des Petersdoms aus. Die Osterzeit dauert fünfzig Tage[> 3.34] (bis Pfingsten).

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Jesu Tod und Auferstehung sind der Kern unseres Glaubens und Heils. An Ostern segnet der Papst die Stadt Rom und die Welt.

Die Weisheit der Kirche

Welches Werk verrichtet Christus in der Liturgie?

In der Liturgie der Kirche bezeichnet und verwirklicht Christus vor allem sein Pascha-Mysterium. Indem er den Aposteln den Heiligen Geist spendete, gab er ihnen und ihren Nachfolgern die Vollmacht, das Heilswerk zu vollziehen – und zwar durch das eucharistische Opfer und die Sakramente, in denen er selbst wirkt, um den Gläubigen aller Zeiten und in aller Welt seine Gnade mitzuteilen. [KKKK 222]

Was ist das Wesentliche jeder Liturgie?

Liturgie ist immer zuerst Gemeinschaft mit Jesus Christus. Jeder Gottesdienst, nicht nur die Eucharistiefeier, ist ein Osterfest im Kleinen. Jesus feiert mit uns den Übergang vom Tod zum Leben und eröffnet ihn.

Der wichtigste Gottesdienst der Welt war der Paschagottesdienst, den Jesus mit seinen Jüngern am Vorabend seines Todes im Abendmahlsaal feierte. Die Jünger dachten, Jesus würde die Befreiung Israels aus Ägypten begehen. Jesus aber feierte die Befreiung der ganzen Menschheit aus der Macht des Todes. Damals in Ägypten war es das „Blut des Lammes“, das die Israeliten vor dem Todesengel bewahrte. Nun würde er selbst das Lamm sein, dessen Blut die Menschheit aus dem Tod errettet. Denn Tod und Auferstehung Jesu ist der Beweis dafür, dass man sterben kann und trotzdem das Leben gewinnt. Das ist der eigentliche Inhalt jedes christlichen Gottesdienstes. Jesus selbst verglich seinen Tod und seine Auferstehung mit der Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens. Mit Paschageheimnis wird daher die erlösende Wirkung von Jesu Tod und Auferstehung bezeichnet. Analog zum lebensrettenden Blut des Lammes beim Auszug der Israeliten aus Ägypten (Ex 12) ist Jesus das wahre Paschalamm, das die Menschheit aus ihrer Verstricktheit in Tod und Sünde erlöst hat. [Youcat 171]

Welche „Zeichen“ bezeugen die Auferstehung Jesu?

Neben dem entscheidend wichtigen Zeichen des leeren Grabes ist die Auferstehung Jesu von den Frauen bezeugt, die ihm zuerst begegneten und ihn den Aposteln verkündeten. Danach erschien Jesus „dem Kephas (Petrus), dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich“(1 Kor 15, 5–6) und noch anderen. Die Apostel konnten die Auferstehung nicht erfinden, denn sie schien ihnen unmöglich. Jesus tadelte sie sogar wegen ihres Unglaubens. [KKKK 127]

Warum ist die Auferstehung auch ein transzendentes Ereignis?

Die Auferstehung war ein geschichtliches Ereignis, das sich durch Zeichen und Zeugnisse feststellen und bezeugen ließ. Dennoch geht sie als Glaubensmysterium über die Geschichte hinaus, weil sie der Eintritt der Menschennatur Christi in die Herrlichkeit Gottes ist. Darum offenbarte sich der auferstandene Christus nicht der Welt, sondern seinen Jüngern, und machte sie zu seinen Zeugen vor dem Volk. [KKKK 128]

Wie kamen die Jünger dazu, zu glauben, dass Jesus auferstanden ist?

Die Jünger, die zuvor jede Hoffnung verloren hatten, kamen zum Glauben an Jesu Auferstehung, weil sie ihn nach seinem Tod auf unterschiedliche Weise sahen, mit ihm sprachen und ihn als lebend erfuhren.

Die Osterereignisse, die sich um das Jahr 30 in Jerusalem abspielten, sind keine erfundene Geschichte. Unter dem Eindruck des Todes Jesu und der Niederlage ihrer gemeinsamen Sache flohen die Jünger („Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde“, Lk 24,21) oder verbarrikadierten sich hinter verschlossenen Türen. Erst die Begegnung mit dem auferstandenen Christus löste sie aus ihrer Erstarrung und erfüllte sie mit einem begeisterten Glauben an Jesus Christus, den Herrn über Leben und Tod. [Youcat 105]

Gibt es Beweise für die Auferstehung Jesu?

Für die Auferstehung Jesu gibt es keine Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn. Es gibt aber sehr starke individuelle und kollektive Bezeugungen durch eine Vielzahl von Zeitgenossen der Jerusalemer Ereignisse.

Das älteste schriftliche Zeugnis für die Auferstehung ist ein Brief, den der hl. Paulus ca. 20 Jahre nach Christi Tod an die Korinther schrieb: „Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen." (1 Kor 15,3-6) Paulus berichtet hier von einer lebendigen Überlieferung, die er in der Urgemeinde vorfand, als er zwei oder drei Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung selbst Christ wurde – aufgrund seiner eigenen umwerfenden Begegnung mit dem auferstandenen Herrn. Als ersten Hinweis auf die Wirklichkeit der Auferstehung begriffen die Jünger die Tatsache des leeren Grabes (Lk 24,5-6). Ausgerechnet Frauen – sie waren nach damaligem Recht zeugnisunfähig – entdeckten es. Obwohl es vom Apostel Johannes bereits am leeren Grab heißt, er „sah und glaubte“ (Joh 20,8), festigte sich die Gewissheit, dass Jesus lebt, erst durch eine Fülle von Erscheinungen. Die Vielzahl der Begegnungen mit dem Auferstandenen endete mit Christi Himmelfahrt. Dennoch gab es danach und gibt es bis heute Begegnungen mit dem lebendigen Herrn: Jesus Christus lebt. [Youcat 106]

Das sagen die Päpste

Heute ergreifen die Zeugen das Wort: nicht nur die ersten, die Augenzeugen, sondern auch diejenigen, die von ihnen die Osterbotschaft vernommen und für Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, von Generation zu Generation Zeugnis abgelegt haben. Manche besiegelten ihr Zeugnis sogar mit dem eigenen Blut. Ihnen ist es zu verdanken, daß die Kirche ihren Weg fortgesetzt hat, auch unter schweren Verfolgungen und hartnäckigen Widerständen.... Sie haben seinen Tod und seine Auferstehung bekannt in den Konzentrationslagern und Gulags, unter Bomben- und Kugelhagel inmitten des Terrors, den blinder Haß entfesselt hatte, der auf so schmerzliche Weise Einzelpersonen und ganze Völker hineinzog. Sie alle kommen heute aus der großen Bedrängnis und gesingen die Herrlichkeit Christi: In Ihm, der aus der Nacht des Todes erstand, wurde das Leben offenbar. [Papst Johannes Paul II., Urbi et Orbi Ostern 1998, 2]