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3.24 Was ist die Liturgie?

Liturgie

Das Wort "Liturgie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "öffentlicher Dienst". Die Liturgie ist „die Gesamtheit von Symbolen, Hymnen und Handlungen, durch die die Kirche ihre Anbetung Gottes manifestiert und zum Ausdruck bringt“ (Dom Guéranger). In der Liturgie drücken wir aus, was wir glauben, so wie unsere Körpersprache ausdrückt, was wir meinen. Noch wichtiger ist, dass wir in der Liturgie Gottes Gnade und Präsenz empfangen.

In der Liturgie geht es um etwas Größeres als uns selbst; es geht um Gott. Die Liturgie der römisch-katholischen Kirche ist auf der ganzen Welt gleich. Das bedeutet, dass du der Messe überall verfolgen kannst, auch wenn du die Sprache nicht verstehst: Alle Gesten und Handlungen bleiben gleich. Die #TwGOD-App kann dir dabei helfen: sie enthält die Standardtexte der Messe in vielen Sprachen, um dir zu helfen, an der Liturgie teilzunehmen, wo immer du gerade bist.

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Liturgie ist öffentliches Gebet nach den Riten der Kirche. Damit drücken wir unseren Glauben an Gott aus und begegnen ihm persönlich.

Die Weisheit der Kirche

Was ist Liturgie?

Liturgie ist der offizielle Gottesdienst der Kirche.

Eine Liturgie ist kein Event, das von guten Ideen und tollen Liedern lebt. Man macht und erfindet keine Liturgie. Sie ist etwas Lebendiges und ist im Glauben von Jahrtausenden gewachsen. Ein Gottesdienst ist ein heiliges, ehrwürdiges Geschehen. Liturgie wird spannend, wenn man spürt: Gott selbst ist unter ihren heiligen Zeichen und in ihren kostbaren, oft sehr alten Gebeten gegenwärtig. [Youcat 167]

Was ist das Wesentliche jeder Liturgie?

Liturgie ist immer zuerst Gemeinschaft mit Jesus Christus. Jeder Gottesdienst, nicht nur die Eucharistiefeier, ist ein Osterfest im Kleinen. Jesus feiert mit uns den Übergang vom Tod zum Leben und eröffnet ihn.

Der wichtigste Gottesdienst der Welt war der Paschagottesdienst, den Jesus mit seinen Jüngern am Vorabend seines Todes im Abendmahlsaal feierte. Die Jünger dachten, Jesus würde die Befreiung Israels aus Ägypten begehen. Jesus aber feierte die Befreiung der ganzen Menschheit aus der Macht des Todes. Damals in Ägypten war es das „Blut des Lammes“, das die Israeliten vor dem Todesengel bewahrte. Nun würde er selbst das Lamm sein, dessen Blut die Menschheit aus dem Tod errettet. Denn Tod und Auferstehung Jesu ist der Beweis dafür, dass man sterben kann und trotzdem das Leben gewinnt. Das ist der eigentliche Inhalt jedes christlichen Gottesdienstes. Jesus selbst verglich seinen Tod und seine Auferstehung mit der Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens. Mit Paschageheimnis wird daher die erlösende Wirkung von Jesu Tod und Auferstehung bezeichnet. Analog zum lebensrettenden Blut des Lammes beim Auszug der Israeliten aus Ägypten (Ex 12) ist Jesus das wahre Paschalamm, das die Menschheit aus ihrer Verstricktheit in Tod und Sünde erlöst hat. [Youcat 171]

Was ist der tiefste Ursprung der Liturgie?

Der tiefste Ursprung der Liturgie ist Gott, in dem ein ewiges, himmlisches Fest der Liebe ist - die Freude des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Weil Gott die Liebe ist, möchte er uns am Fest seiner Freude teilhaben lassen und uns seinen Segen schenken.

Unsere irdischen Gottesdienste müssen Feste voller Schönheit und Kraft sein: Feste des Vaters, der uns geschaffen hat - deshalb spielen die Gaben der Erde eine so große Rolle: das Brot, der Wein, Öl und Licht, Weihrauchduft, göttliche Musik und herrliche Farben. Feste des Sohnes, der uns erlöst hat – deshalb jubeln wir über unsere Befreiung, atmen wir auf im Hören des Wortes, werden wir stark im Essen der eucharistischen Gaben. Feste des Heiligen Geistes, der in uns lebt – deshalb der überfließende Reichtum an Trost, Erkenntnis, Mut, Kraft und Segen, der von den heiligen Versammlungen ausgeht. [Youcat 170]

Inwiefern ist der Vater Ursprung und Ziel der Liturgie?

In der Liturgie überhäuft uns der Vater in seinem Fleisch gewordenen, für uns gestorbenen und auferstandenen Sohn mit seinen Segnungen, und er gießt den Heiligen Geist in unsere Herzen aus. Zugleich preist die Kirche den Vater in Anbetung, Lob und Danksagung und bittet um das Kommen seines Sohnes und des Heiligen Geistes. [KKKK 221]

Welches Werk verrichtet Christus in der Liturgie?

In der Liturgie der Kirche bezeichnet und verwirklicht Christus vor allem sein Pascha-Mysterium. Indem er den Aposteln den Heiligen Geist spendete, gab er ihnen und ihren Nachfolgern die Vollmacht, das Heilswerk zu vollziehen – und zwar durch das eucharistische Opfer und die Sakramente, in denen er selbst wirkt, um den Gläubigen aller Zeiten und in aller Welt seine Gnade mitzuteilen. [KKKK 222]

Wie wirkt der Heilige Geist in der Liturgie an der Kirche?

In der Liturgie wirkt der Heilige Geist auf das Engste mit der Kirche zusammen. Er bereitet die Kirche auf die Begegnung mit ihrem Herrn vor. Er ruft Christus dem Glauben der Versammlung in Erinnerung und bezeugt ihn. Er vergegenwärtigt und aktualisiert das Mysterium Christi. Er vereint die Kirche mit dem Leben und der Sendung Christi und lässt die Gabe der Gemeinschaft in ihr Frucht bringen. [KKKK 223]

Das sagen die Päpste

Was ist die Liturgie? Wenn wir den Katechismus der Katholischen Kirche öffnen – ein stets wertvolles, ich würde sagen unverzichtbares Hilfsmittel –, können wir lesen, daß das Wort »Liturgie « ursprünglich bedeutet »Dienst des Volkes und für das Volk« (Nr. 1069). Wenn die christliche Theologie diesen Begriff aus der griechischen Welt übernommen hat, so geschah dies natürlich im Hinblick auf das neue Volk Gottes, das aus Christus hervorgegangen ist, der seine Arme am Kreuz geöffnet hat, um die Menschen im Frieden des einen Gottes zu vereinen. »Dienst für das Volk«, ein Volk, das nicht aus sich selbst heraus existiert, sondern das sich durch das Pascha-Mysterium Jesu Christi herausgebildet hat. In der Tat existiert das Volk Gottes nicht durch Bande des Blutes, des Lebensraums, der Nation, sondern es entsteht immer aus dem Werk des Sohnes Gottes und aus der Gemeinschaft mit dem Vater, die er uns erlangt. [Papst Benedikt XVI., Generalaudienz, 26. September 2012]