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1.19 Soll ich alle Regeln der Bibel befolgen?

Das Lesen der Bibel

Jesus kam nicht auf die Erde, um die Gesetze des Alten Testaments abzuschaffen, sondern um sie zu erfüllen. Das Neue Testament wirft ein neues Licht auf das Alte Testament. Einige biblische Gesetze gelten nicht mehr, weil Jesus uns ein höheres Gesetz gegeben hat, das auf der Nächstenliebe basiert. Jesus sagt uns zum Beispiel, dass es besser ist, unsere Feinde zu lieben, als Rache zu suchen, wenn uns etwas Schlimmes passiert.

Andere Gesetze wie die Zehn Gebote sind noch gültig. Die vom Heiligen Geist geleitete Kirche hilft uns zu erkennen, welche Gesetze noch für uns gelten und welche nicht.

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Das Neue Testament wirft ein neues Licht auf das Alte: Einzelne Vorschriften wurden abgeschafft, während andere bekräftigt wurden. Die Liebe ist das wichtigste Gebot.

Die Weisheit der Kirche

Warum lehrt die Heilige Schrift die Wahrheit?

Weil Gott selbst ihr Urheber ist: Die Heilige Schrift wird darum als inspiriert bezeichnet und lehrt ohne Irrtum jene Wahrheiten, die zu unserem Heil notwendig sind. Der Heilige Geist inspirierte nämlich die menschlichen Verfasser, die das aufgezeichnet haben, was er uns lehren wollte. Der christliche Glaube ist jedoch nicht eine „Buchreligion“, sondern die Religion des Wortes Gottes, „nicht eines schriftlichen, stummen Wortes, sondern des Mensch gewordenen, lebendigen Wortes“ (hl. Bernhard von Clairvaux). [KKKK 18]

Wie kann die Heilige Schrift „Wahrheit“ sein, wenn nicht alles, was in ihr steht, richtig ist?

Historische Präzision oder naturwissenschaftliche Erkenntnisse will uns die Bibel nicht vermitteln. Auch waren die Autoren Kinder ihrer Zeit. Sie teilten die kulturellen Vorstellungen ihrer Umwelt und waren manchmal auch ihren Irrtümern verhaftet. Doch alles, was der Mensch über Gott und den Weg seiner Erlösung wissen muss, findet sich mit unfehlbarer Sicherheit in der Heiligen Schrift. [Youcat 15]

Welche Einheit besteht zwischen dem Alten und dem Neuen Testament?

Die Schrift ist eine einzige, weil es nur ein Wort Gottes, nur einen Heilsplan Gottes und nur eine göttliche Inspiration beider Testamente gibt. Das Alte Testament bereitet das Neue vor, und das Neue vollendet das Alte: Beide erhellen einander. [KKKK 23]

Welche Bedeutung hat das Alte Testament für Christen?

Im Alten Testament zeigt sich Gott als Schöpfer und Erhalter der Welt und als Führer und Erzieher der Menschen. Auch die Bücher des Alten Testaments sind Wort Gottes und Heilige Schrift. Ohne das Alte Testament kann man Jesus nicht verstehen.

Im Alten Testament fängt eine große Lerngeschichte des Glaubens an, die im Neuen Testament eine entscheidende Wende nimmt und mit dem Ende der Welt und der Wiederkunft Christi ans Ziel kommt. Dabei ist das Alte Testament weit mehr als ein bloßes Vorspiel für das Neue. Die Gebote und Prophezeiungen für das Volk des Alten Bundes und die Verheißungen, die darin für alle Menschen enthalten sind, wurden nie widerrufen. In den Büchern des Alten Bundes findet sich ein unersetzlicher Schatz an Gebeten und Weisheit; insbesondere die Psalmen gehören zum täglichen Gebet der Kirche. [Youcat 17]

Welche Bedeutung hat das Neue Testament für Christen?

Im Neuen Testament vollendet sich die Offenbarung Gottes. Die vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sind das Herzstück der Heiligen Schrift und der kostbarste Schatz der Kirche. In ihnen zeigt sich der Sohn Gottes, wie er ist und begegnet uns. In der Apostelgeschichte erfahren wir von den Anfängen der Kirche und vom Wirken des Heiligen Geistes. In den Apostolischen Briefen wird das Leben der Menschen mit all seinen Facetten in das Licht Christi gestellt. In der Geheimen Offenbarung sehen wir das Ende der Zeiten voraus. 

Jesus ist alles, was Gott uns sagen möchte. Das ganze Alte Testament bereitet die Menschwerdung des Sohnes Gottes vor. Alle Verheißungen Gottes finden in Jesus ihre Erfüllung. Christ sein heißt sich immer tiefer mit dem Leben Christi verbinden. Dazu muss man die Evangelien lesen und leben. Madeleine Delbrêl sagt: „Durch sein Wort sagt uns Gott, was er ist und was er will; er sagt es endgültig und sagt es für jeden einzelnen Tag. Wenn wir unser Evangelium in Händen halten, sollten wir bedenken, dass das Wort darin wohnt, das in uns Fleisch werden will, uns ergreifen möchte, damit wir an einem neuen Ort, zu einer neuen Zeit, in einer neuen menschlichen Umgebung sein Leben aufs Neue beginnen.“ [Youcat 18]

Das sagen die Kirchenväter

Unser Herr Jesus Christus, wie Er selbst im Evangelium sagte, hat uns Sein Joch und Seine Last, welche leicht ist, auferlegt. Deshalb hat Er der Gesellschaft Seines neuen Volkes die Verpflichtung auferlegt,.... was auch immer in den kanonischen Schriften empfohlen wird, mit Ausnahme der Lasten, die in den fünf Büchern Mose zu finden sind, die dem alten Volk eine Knechtschaft auferlegt haben, die seinem Charakter und den prophetischen Zeiten entspricht, in denen sie lebten. [Hl. Augustinus, Briefe, Nr. 54 (ML 33, 200)]